
Der Far des Cap Gros ist ein Aussichtspunkt hoch über der Hafenstadt Port de Soller auf Mallorca und bekannt für seinen Leuchtturm, den man schon von weitem sieht. In diesem Erfahrungsbericht zeige ich dir, ob sich die Wanderung zum Leuchtturm lohnt und was du dabei zu sehen bekommst.
Wo ist der Far des Cap Gros?
Um den Far des Cap Gros zu erreichen, musst du zunächst nach Port de Soller. Es ist mehr oder weniger die einzige große Hafenstadt an Mallorcas Westküste, die sonst vom Tramuntana Gebirge eingenommen wird. Port de Soller ist von Palma, der Hauptstadt gut erreichbar. Es fährt die Buslinie 204 direkt von Palma nach Port de Soller und auch mit dem Mietwagen bist du in ca. 45 Minuten in der Ortschaft angekommen. Bedenke aber, dass die Städte Soller und Port de Soller starke Besuchermagnete sind und ich dir empfehle früh zu kommen, um Staus zu vermeiden.
In Port de Soller angekommen gehst du zunächst zur Uferpromenade weiter. Die Promenade bietet einen Strand, einen Hafen, zahlreiche Lokale und Geschäfte zum Flanieren. Von einigen Punkten der Promenade ist der Far des Cap Gros schon sichtbar.
Du gehst nun die Promenade nach Süden bzw. nach links, also weg vom Hafen in Richtung dem anderen Ende der Bucht. Am Ende der Promenade geht die Straße in die „Cami del Far“ über. Der Weg war an der Promenade noch flach, doch nun beginnt der Aufstieg.
Die Wanderung entlang der Cami del Far
Etwa 1,5 km ist die Wanderung lang und je nachdem wie heiß es ist und an wie vielen Fotopunkten du die Aussicht genießen möchtest, dauerst es etwa eine Stunde, bis du oben angekommen bist.
Erste Fotomöglichkeit

Gleich zu Beginn der Cami del Far beginnt die Straße mit einer Steigung, denn es geht einige Meter hoch hinauf bis zum Leuchtturm. Gleich wenige Meter die Straße entlang ist gegenüber vom Hotel Salino Port eine Aussichtsterrasse. Von hier kannst du ein erstes Panorama Foto vom Hafen in Port de Soller und der Bucht machen.
Ich mache immer besonders viele Fotos, doch es kommen noch viele weitere Fotopunkte, an denen du die Bucht besonders gut einfangen kannst.
Erste Kurve und Sicht auf den Ozean

Nach ca. 200 m macht die Straße einen Schwenk nach links und wo bis jetzt die Bucht zu sehen war, ist nun erstmals der Blick auf das offene Meer sichtbar. Du kannst von hier aus die etwa 200 bis 300 m breite Einfahrt der Bucht erkennen sowie das gegenüberliegende Ufer mit dem Hafen.
Die Brandung ist stark, vor allem an dem Tag, an dem wir hinaufwanderten. Starke Wellen schlugen gegen den Felsen und an manchen Stellen spürte man sogar die Druckwelle der Wellen – einfach beeindruckend.

Eigentlich war das auch der Grund, warum wir hier hinauf wandern wollten. Wir saßen nämlich im Restaurant s’Oliveres an der Promenade in Port de Soller und blicken in die Bucht. Dabei sahen wir die starken Wellen und machten uns in die Richtung auf. Doch zurück zur Wanderung.
Zweite Kehre

Etwa 400 bis 500 m geht es nun entlang der Klippe immer weiter hoch und die Aussicht auf das offene Meer wird immer größer. Danach gibt es eine starke Kurve nach rechts und die Straße wird nun etwas steiler. Bis hierher gibt es noch einige Häuser und Villen, die beeindruckend in die Felswand gebaut sind. Ab jetzt führt die Straße nur mehr durch Natur den Berg hinauf.
Letzte Etappe zum Gipfel
Auf den letzten ca. 500 m wanderst du auf einer etwas enger werdenen Straße zwischen Felsen und der beeindruckenden Aussicht auf das Meer und die gegenüberliegende Seite der Bucht. Immer wieder gibt es die Möglichkeit gute Fotos zu machen und die Aussicht einzufangen.
Auf Höhe des Far des Cap Gros macht die Straße zwei starke Serpentinen Kurven, ehe du oben ankommst. Ich habe mich gefragt, wie man diese Straße gebaut hat, denn die Kurven und der gleichzeitige Höhenunterschied sind gewaltig. Auch für einige Autos, die hier hinauffahren sind die Kurven ein Kraftakt. Mich erinnert es sehr an die Straße nach Sa Calobra, die ähnliche Kurven macht.
Angekommen am Gipfel und beim Far des Cap Gros

Oben angekommen erwartet dich eine Aussicht, die atemberaubend schön ist. Das Auge kann die Entfernung und den Höhenunterschied kaum ausnehmen, so gewaltig ist die Aussicht. Für uns lohnt sich allein schon deswegen die Wanderung hier hinauf zum Gipfel.
Bislang hatte ich Port de Soller immer nur von unten, bzw. vom Ausflugsboot im Rahmen der Inselrundfahrt gesehen, doch die Aussicht von hier oben ist für uns eine neue Dimension.
Drehst du dich einmal nach hinten, dann findest du das Restaurant Es Faro. Ich versuchte herauszufinden, bis wann es dieses gab, doch es war geschlossen und machte den Eindruck, dass das schon länger so ist. Schade eigentlich, denn ein Mittag- oder Abendessen hier oben wäre die absolute Krönung des Ausflugs gewesen. Die Aussicht erinnerte mich stark an das Lokal Es Grau, das ähnlich hoch gelegen ist.
Wenige Meter weiter steht der Leuchtturm, der allerdings abgesperrt ist, wie die meisten Leuchttürme auf der Insel. Fotos von außen sind aber trotzdem möglich.
Ebenfalls konnten wir einige Ziegen beobachten, die im Garten des Leuchtturms und auf den Klippen wanderten.
Das beeindruckendste, das ich aber gesehen habe fand ich beim Blick hoch über die Berge von Port de Soller – Schnee! Ja, du hast richtig gelesen, Schnee. Ich traute meinen Augen nicht, doch auf den höchsten Berggipfeln lag tatsächlich Schnee.
Ich lauschte einem Touristenguide, der eine deutsche Reisegruppe hier hinaufführte und er sagte, dass den ganzen Winter über kein Schnee auf den Bergen lag, sondern erst jetzt zu Ostern. Wir hatten also Glück. Eben hatte ich noch beim Mittagessen einen leuchten Sonnenbrand bekommen und nun habe ich Schnee, wenn auch hunderte Meter entfernt auf den Bergen, gesehen.
Was es noch zu entdecken gibt
Vor und hinter dem Leuchtturm findest du Parkplätze. Einige fahren auch mit den Autos hier hinauf und starten ihre Wanderung erst hier, denn von hier aus kannst du die Küste weiter entlangwandern.
Dann gibt es noch das Refugi de Muleta, in dem du übernachten kannst und den beeindruckenden Sonnenuntergang beobachten kannst.
Meine Erfahrung zum Far des Cap Gros
Für uns war die Wanderung ein voller Erfolg und ich würde es auch jedem empfehlen. Die Aussicht entlang des Weges als auch vom Gipfel ist unglaublich schön. Leider gibt es das Restaurant am Gipfel nicht mehr, was bedeutet, dass du dir Verpflegung mitnehmen musst, doch die Wanderung lohnt sich trotzdem in jedem Fall. Ein echtes Highlight mitten im Tramuntana Gebirge.

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